Themenfokus Superscape 2018

Urban Renewal - Aufbruch, Umbruch und Bestand im digitalen Zeitalter

Die wachsende Stadt hat im 20. Jahrhundert Gebäudetypologien und Strukturen hervorgebracht, die den urbanen Raum und seine Dynamiken bis ins Heute prägen. Steigende Urbanisierung und Digitalisierung treiben die gesellschaftlichen Wandlungsprozesse stetig rascher voran. Bauliche, architektonische Maßnahmen sind in dieser Geschwindigkeit kaum ressourcenschonend anpassbar. Zwischen analogen und digitalen Welten, Sharing und Prosuming, Datensicherheit und Targeting mittels Datensammlung verändern sich auch Lebensweisen, das Konsum- und Kommunikationsverhalten. Dies geht mit erweiterten, zukunftsrelevanten Anforderungen an den städtischen Lebensraum einher, immer mehr bestehende Baustruktur und -substanz wird redundant.

Gleichzeitig wächst die Bevölkerung in den Städten, der Bedarf an Wohnraum steigt und auch die daran angeknüpften Bedürfnisse der Bewohner_innen werden vom digitalen Wandel beeinflusst. Im Kontext von sozialer sowie technischer Vernetzung, ökologischer Nachhaltigkeit, Smart Cities und Smart Homes gilt es, innovative Potenziale und Problemlösungen der Architektur auszuloten sowie visionäre Zukunftsblicke und gestalterische Experimente zu wagen, die auf zukünftige räumliche und gesellschaftliche Herausforderungen des städtischen Raums im Jahr 2050 eingehen. Vielzählige Fragestellungen kommen dabei auf:

Wie zukunftsfähig ist der urbane Bestand? Welche Möglichkeiten der Nach- und Zwischennutzung lassen sich für diesen entwickeln, um ihn neu zu beleben und Leerstand zu vermeiden?

Welche Gebäudetypologien werden betroffen sein und wie können diese Räume innovativ gestaltet und genutzt werden (z.B. ein großes Fachmarktzentrum im Einzugsgebiet, das Bürogebäude aus den 1970er Jahren im erweiterten Stadtkern, dessen Umgebung nun von reiner Wohnnutzung geprägt ist oder größere Geschäftslokale des Einzelhandels in aufstrebenden Vierteln an den Rändern des Zentrumsgebietes, etc.) ?

Welche Rolle spielen wirtschaftliche Dynamiken und innovative Technologien?

Welche Lösungen könnten sich sowohl ökologisch als auch sozial und funktional als nachhaltig erweisen?

Welche Optionen und Potentiale ergeben sich im Kontext sozialer und technischer Vernetzung für Architektur, Stadtplanung, Wohnraum und Bewohner_innen?

Welche Rolle spielt dabei das Zusammenspiel von Architektur und Digitalisierung? Wie kann dieses aussehen und welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf den Raum und das menschliche Zusammenleben in diesem?

Wie muss dieses Zusammenspiel ausgerichtet sein, um einen Mehrwert für die Bewohner_innen zu erlangen?

Jury 2018

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Christoph Luchsinger

Christoph Luchsinger diplomierte 1979 in Architektur an der ETH Zürich und ist seit 2009 Professor am Institut für Architektur an der Technischen Universität Wien. Von 1980 bis 2009 ging er mehreren Lehr- und Forschungstätigkeiten für Stadtbaugeschichte und Städtebau u.a. am ETH Zürich und der ZHAW Winterthur mit Fokus auf urbane Strategien und urbanized landscapes nach. Daneben war er mehrere Jahre als Redakteur beim Schweizer Architekturmagazin Werk, Bauen + Wohnen tätig. Als Gastprofessor war Luchsinger 2003 an der TU Ljubljana/SI, sowie 2004 an der TU Graz/AT. Von 2013 bis 2017 leitete er das TEMPUS Forschungsprojekt „Sustainable Regional Development“ SEHSI in Kollaboration mit mehreren internationalen Universitäten. Seit 1990 führt er zusammen mit Max Bosshard ein Architekturbüro in Luzern/CH und seit 2013 in Wien/AT. Bis 2019 ist er als Leiter des Projekts MEMUD für ein Curriculum eines mitteleuropäischen Masters in Urban Design in Kollaboration der Universität Ljubljana/SI und der Universität Split/HR tätig.

städtebau.tuwien.at

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Ina Homeier

Ina Homeier ist Architektin und arbeitet in der Stadtplanung Wien seit 1994. Sie war für Flächenwidmung und Stadtteilplanung mehrere Jahre zuständig. Von 1998 bis 2001 wurde sie von der Stadt Wien als Nationale Expertin in die Generaldirektion Forschung der Europäischen Kommission nach Brüssel entsandt, wo sie in der Key Action „Die Stadt von Morgen und das Kulturelle Erbe“ für stadtplanungsrelevante Forschungsprojekte zuständig war. 2001 kehrte sie an das Wiener Magistratsamt in die Stadtplanung und Stadtentwicklung zurück, mit einem Schwerpunkt auf die Abwicklung von EU-Forschungsprojekten. Seit Sommer 2011 ist sie für das Stadtplanungsamt Wien tätig, wo sie als Leiterin der Projektstelle Smart City Wien die Smart City Aktivitäten der Stadt Wien koordiniert, sowohl im strategischen als inhaltlichen Umfang. Seit vielen Jahren wird sie regelmäßig von der Europäischen Kommission und nationalen Fördergebern als Evaluatorin von Projektanträgen und für Mid Term und Final Assessments von Forschungs- und Demonstrationsprojekten eingeladen.

smartcity.wien.at

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Marie-Therese Harnoncourt-Fuchs

Marie-Therese Harnoncourt-Fuchs diplomierte in Architektur an der Universität für angewandte Kunst in Wien/AT und gründete 2000 mit Ernst J. Fuchs the next ENTERprise Architects. Ihre Projekte reichen von experimentellen Eingriffen im Stadtraum, Installationen, städtebaulichen Konzepten, bis hin zu konkreten Bauaufgaben wie u.a. dem Wolkenturm in Grafenegg/AT, dem Seebad in Kaltern/IT, und dem Pilotprojekt Kempelenpark & HAWI im Rahmen der 15. Architekturbiennale Venedig/IT. Seit 1998 geht sie Vortrags- und Lehrtätigkeiten u.a. an der Universität für Angewandte Kunst Wien/AT, TU Wien/AT, Kunstuniversität Linz/AT, Kunstuniversität Bratislava/SK und der ESA École Spéciale d’Architecture Paris/FR nach. Sie ist unter anderem aktuelles Jury-und Beiratsmitglied des Kunstbeirats der Bundesimmobiliengesellschaft BIG sowie Kuratoriumsmitglied beim Forum Morgen Stiftung.

www.tne.space

Programm 2018

Themenpräsentation des Superscape 2018 mit Podiumsgespräch

Programm:

Keynote: Pedro Pitarch, Architekt und Gewinner Superscape 2016 - Projekte: pedropitarch.com

Podiumsgespräch mit Marie-Therese Harnoncourt, Ina Homeier, Daniel Jelitzka

Moderation: Wojciech Czaja

Im Rahmen eines einführenden Vortrags und Podiumsgesprächs werden die inhaltlichen Schwerpunktsetzungen zum Thema „URBAN RENEWAL – Aufbruch, Umbruch und Bestand im digitalen Zeitalter“ präsentiert, weiterführende Fragestellungen diskutiert sowie Impulse für visionäre Ideen und gestalterische Experimente für Lebensräume in der Stadt von morgen gesetzt.

Mit der Auftaktveranstaltung beginnt auch die Einreichphase des Superscape 2018. Nähere Informationen zur Teilnahme sowie detaillierte Auslobungsunterlagen finden Sie hier.

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