02
AUG
2014
Update
shortlist | Philipp Hoppe

Während der zweiten Wettbewerbsphase haben wir die shortlist-Teams gebeten vier Fragen zu Ihrem Zugang zu Themenfeldern des Superscape zu beantworten und einen ersten Einblick auf die Projekte zu gewähren.

Philipp Hoppe arbeitet an dem Projekt "Bauamt".

1 | Was macht Städte lebenswert?

Für mich ist eine Stadt vor allem lebenswert, wenn sie das Verhältnis zwischen öffentlichen und privaten Räumen gut abstimmt, und den Bewohnern einen möglichst großen Gestaltungsspielraum überlässt, was das Suchen der Gemeinschaft bzw. den Rückzug ins Private betrifft. Dabei sind gerade die Schnittstellen oder Übergangsräume zwischen Öffentlich und Privat von Bedeutung.

Die Stadt sollte der Öffentlichkeit zudem eine attraktive Bühne ermöglichen. Die Belebtheit des öffentlichen Raumes ist eine Schlüsselqualität, die uns die Stadt bietet, und Motor wichtiger Veränderungsprozesse. Für diese Veränderungsprozesse muss sich die Stadt explizit Räume offenhalten und auch Anreize für die Bewohner schaffen, diese zu nutzen. Eine Stadt ist zu keiner Zeit ein abgeschlossenes Gebilde, sondern immer ein Work-in-Progress – je deutlicher sie sich dessen bewusst ist, desto kreativer wird sie mit dieser Chance umgehen.

 

2 | Welche Rolle nehmen Partizipation und Kollaboration in Ihrem Zugang zu Architektur ein?

Eine zentrale Rolle. Stadtbewohner sollten stärker ermutigt werden, Eigeninitiative zu übernehmen und die Stadt aktiv mitzugestalten. Bürgerbeteiligungsverfahren z.B. sind ein guter Ansatz, aber die Prozesse sind auch hier oft so schwerfällig, dass die Beteiligten eher passive Mitspieler bleiben. In der Zukunft könnte es stärker darum gehen, entsprechende Möglichkeiten zu schaffen, sich als Stadtbewohner aktiv und direkt einzubringen, sei es in Planungs- oder Realisierungsprozessen.

Der Kollaboration kommt hierbei eine entscheidende Rolle zu. Handlungen im öffentlichen Raum betreffen ja immer eine Vielzahl von Akteuren, daher muss zwischen den verschiedensten Interessen moderiert werden. Ich sehe zum Beispiel ein großes Potential in der Bereitschaft der Menschen, sich in ihrer Freizeit für das Gemeingut Stadt zu engagieren. Dieses Potential könnte aktiviert und durch die Zusammenarbeit mit Experten aus der Planung und Ausführung produktiv umgesetzt werden.

 

3 | Wie kann Architektur dazu beitragen in urbanen Konflikten, wie etwa zwischen historischem Bestand und Transformationsprozessen, Gentrifizierung oder unterschiedlichen Raumnutzungsinteressen, zu moderieren?

Ich glaube, dass die Architektur hier über vielfältige Möglichkeiten verfügt, solange sich die Stadt die notwendigen Handlungsspielräume freihält. Stichworte könnten z.B. die Umnutzung bestehender Bausubstanz, die Besetzung von Zwischenräumen zur Kompensation, aber auch die Einrichtung von Pufferzonen sein. Der Entstehungsprozess von Architektur ist ja zudem immer die Verhandlung zwischen verschiedensten Einflussfaktoren und Interessen mit dem Ziel einer optimalen oder zumindest zufriedenstellenden Synthese. Daher bietet sie sich schon per se als Medium und Kristallisationspunkt stadträumlicher Politik an.

 

4 | Welche Paradigmenwechsel zeichnen sich aus Ihrer Perspektive im urbanen Gefüge ab?

Bei vielen Menschen wächst derzeit ein stärkeres Bewusstsein für die Gestaltung ihres direkten Lebensumfeldes bis hin zu größermaßstäblichen Fragen des Städtebaus heran, und mit diesem der Wunsch, sich an den jeweiligen Transformationsprozessen zu beteiligen. Neue Kanäle der Partizipation sind bereits in der Erprobung. Ich finde, die Menschen sollten nicht nur die Gelegenheit bekommen, ihre Wünsche zu äußern, sondern darüber hinaus motiviert und befähigt werden, diese selbstinitiiert umzusetzen. Hierzu ist es sicher notwendig, das Bewusstsein für Architektur und Städtebau in der Bevölkerung langfristig weiter zu stärken, aber vor allem schon heute einen Lernprozess bei denjenigen in Gang zu setzen, die sich wirklich aktiv einbringen möchten. Dieser Lernprozess müsste sowohl die Auseinandersetzung mit der gebauten Umwelt, als auch die Aneignung von Fachwissen und die Entwicklung notwendiger Fähigkeiten umfassen.

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